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Unbehagen

Theorie der überforderten Gesellschaft - 1000 - 18517022

Buch von Armin Nassehi

94509886

nur 26,00 €

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Details
Artikel-Nr.:
94509886
Im Sortiment seit:
15.09.2021
Erscheinungsdatum:
16.09.2021
Medium:
Buch
Einband:
Gebunden
Autor:
Nassehi, Armin
Verlag:
Beck C. H.
C.H.Beck
Sprache:
Deutsch
Rubrik:
Politikwissenschaft
Soziologie, Populäre Darst.
Seiten:
384
Gewicht:
632 gr
Beschreibung
WARUM MODERNE GESELLSCHAFTEN MIT DER KRISENBEWÄLTIGUNG ÜBERFORDERT SIND



Der Ruf nach mehr Gemeinschaft, Solidarität und Zusammenhalt entspringt unserem sehnlichsten Wunsch, aus einem Guss und womöglich kollektiv handeln zu können. Aber die moderne Gesellschaf t kennt keinen Ort, an dem ihre unterschiedlichen Funktionslogiken nachhaltig aufeinander abgestimmt werden können. In Krisen wird diese systematische Überforderung der Gesellschaft mit sich selbst besonders deutlich. Armin Nassehi zeigt, warum der Versuch einer politischen Bündelung aller Kräfte auf ein gemeinsames Ziel in komplexen Gegenwartsgsellschaften zwangsläufig scheitern muss. Aus dieser notorischen Enttäuschung resultiert ein Unbehagen, das den Blick auf die Gesellschaft von ihrer grundlegenden Selbstüberforderung ablenkt.

Moderne Gesellschaften folgen einerseits stabilen Mustern, sind träge und kaum aus der Ruhe zu bringen. Andererseits erweisen sich ihre Institutionen und Prak- tiken immer wieder als erstaunlich fragil und vulnerabel. In Situationen, die wir Krisen nennen, prallen diese beiden widersprüchlichen Seiten der gesellschaftlichen Moderne besonders heftig aufeinander. Schon die Semantik der Krise suggeriert aber, dass es so etwas wie einen wohlgeordneten Status geben könnte, der sowohl modern als auch nicht-krisenhaft wäre. Doch dieser Vorstellung läuft bereits die innere Differenziertheit der Gesellschaft in ökonomische, politische, wissenschaftliche, rechtliche und familiale Logiken zuwider. Armin Nassehi vertritt in seinem Buch dagegen die These, dass komplexe Gesellschaften sich fortlaufend selbst als krisenhaft erleben, ohne je in eine Form prästabilierter Harmonie zurückzukehren. Er zeigt, wie sowohl die sozialwissenschaftliche Literatur als auch die öffentlichen Debatten der Gegenwart den Blick auf diesen Zusammenhang verstellen, indem sie Gesellschaft ausschließlich in der Sozialdimension, d. h. in illusionären Kollektivbegriffen beschreiben. Demgegenüber stellt Nassehi die Sachdimension gesellschaftlicher Strukturen ins Zentrum seiner theoriegeleiteten Gesellschaftsanalyse. Dadurch gelingt ihm ein kontruktiver Blick auf eine überforderte Gesellschaft, die in ihrem Unbehagen ihre eigene Problemlösungskompetenz zu vergessen droht. Er deutet zugleich an, was man aus unserem Umgang mit der Pandemie und der Klimakrise lernen kann, um uns für künftige Krisensituationen besser zu rüsten - ohne übersteigerte Erwartungen zu wecken.





Armin Nassehi über die überforderte Gesellschaft
Warum unsere Gesellschaft nicht aus einem Guss regiert werden kann
Das Unbehagen an der Gesellschaft - Armin Nassehis neue Theorie
Information zum Autor
Armin Nassehi ist Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Soziologie und Gesellschaftstheorie an der Ludwig-Maximilian-Universität München und seit 2012 Herausgeber der Kulturzeitschrift "Kursbuch".
Inhaltsverzeichnis
Vorwort

1 Einleitung

Das Unbehagen in der Kultur ff.

Die Frage

Risiko Theorie

2 Soziodizee

Theodizee

Handeln / Handlungsfähigkeit

Von der Theodizee zur Soziodizee

Drei Soziodizeen

3 Versuchsaufbau

Änderungsimperative

Evolution

Der Fehlschluss von der Notwendigkeitauf die Möglichkeit

Gesellschaft der Gegenwarten

Fixierung auf Gegenwarten



4 ( An-)Ordnung

Überall Akteure

Versammlungen oder Differenzierungen?

Was für Systeme?

(Un-)Erreichbarkeit

5 Andockstellen

Ambivalenz des Selbstverhältnisses

Sach- und Sozialdimension

Querlagen

Institutionenabhängige Lebenslagen

6 Arrangements

Institutionen

Filigrane Ordnung

Die verborgene Krise

7 Himmel

Gesellschaft als Familienangelegenheit

Moralüberschuss

Ex oriente lux?

Tianxia

Die Welt in Ordnung bringen

8 Organisation

Die Organisation der Gesellschaft

Gesellschaft als Organisation?

9 Offenheit

«Trade-tested Betterment»

Noch einmal: Krise

10 Latenz

Schutzlosigkeit

Physiodizee

Die Ungerechtigkeit des Sprechens

Latenzverlust in der Sachdimension

11 Konsum

Was macht einen Unterschied?

Unterhaltung

12 Was tun?

Sichtbarkeit / Unsichtbarkeit

Risiko-Lernprozesse

Genügt Evolution?

Ein Beispiel: Sterben als Risiko

Am Ende noch einmal: Latenz

Anmerkungen

Sachregister