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Spektrum Spezial - Die Geheimnisse der Tiere

Zoologen und Verhaltensforscher erkunden eine faszinierende Welt - 400 - 1287884

90273307

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Details
Artikel-Nr.:
90273307
Im Sortiment seit:
05.05.2019
Erscheinungsdatum:
26.04.2019
Medium:
Taschenbuch
Einband:
Kartoniert / Broschiert
Verlag:
Spektrum D. Wissenschaft
Spektrum der Wissenschaft
Sprache:
Deutsch
Schlagworte:
Rubrik:
Zoologie
Seiten:
82
Reihe:
Spektrum Spezial - Biologie, Medizin, Hirnforschung (Nr. 2)
Gewicht:
209 gr
Beschreibung
In der Grundschule besuchten wir eine Hühnerfarm. Staunend bewunderten wir die kleinen Küken, und zu unserer Begeisterung bekam jedes von uns Kindern eines dieser flauschigen Knäuel in die Hand gedrückt - und durfte es behalten. Denn der Zuchtbetrieb war nur an weiblichen Tieren interessiert, die Männchen stellten schlicht Ausschuss dar. Die Eltern meiner Klassenkame¬raden zeigten sich allerdings weniger begeistert von den lebendigen Mitbring¬seln des Schulausflugs; nach ein paar Tagen waren die meisten Küken gestor-ben, oder man hat sich ihrer anderweitig entledigt. Meine eigenen Eltern sahen das etwas lockerer, und »Piep-Piep«, wie ich mein Küken taufte, wuchs in weni¬gen Monaten in unserer Mietwohnung zu einem stattlichen Hahn heran. Unser neuer Mitbewohner erwies sich als erstaunlich pfiffig. Schnell erfasste er die Gelegenheit, seine Lieblingsspeise (Muscheln in Tomatensoße) zu stibitzen; hatte er mal wieder Unsinn angestellt, zog er sich zurück und spielte die Unschuld vom Lande. Nachdem er einmal von unserem genervten Nachbarn getreten worden war, attackierte er fortan mit gesträubten Federn jedes Män¬nerhosenbein. Stubenrein wurde Piep-Piep allerdings nie. Dass Gallus gallus domesticus alles andere als ein dummes Huhn ist, weiß auch die australische Verhaltensforscherin Carolynn Smith, die auf S. 32 ihre Beobachtungen zusammen mit der Wissenschaftsautorin Sarah Zielinski beschreibt. Demnach können Hühner differenziert kommunizieren und sich sogar in Artgenossen einfühlen. Vielleicht neigen wir ja generell dazu, die Leistungen von Tieren zu unter¬schätzen. Oder hätten Sie gedacht, dass das winzige Gehirn einer Wespe in der Lage ist, sich das Antlitz eines Artgenossen zu merken und sicher von anderen zu unterscheiden (S. 56)? Tiere verdienen unseren Respekt. Welche Auswüchse allerdings eine überzogene »Tierliebe« nach sich zieht, zeigt der Handel mit exotischen Spezies, der in erschreckendem Maß die Artenvielfalt unseres Pla¬neten bedroht (S. 66). Elefanten und Nashörner leiden zusätzlich an einer völlig absurd erscheinenden Nachfrage nach Stoßzähnen und Hörnern. Im Interview auf S. 72 erzählt der berühmte Paläoanthropologe Richard Leakey, wie er zu einem Vorkämpfer für Naturschutz wurde. Bei unserem damaligen Besuch in der Hühnerfarm hatten wir es schlicht hingenommen, dass sich die Männchen nicht als Legehennen eignen. Da sie zu wenig Fleisch ansetzen, dienen sie auch nicht als Masthähnchen - und werden umgebracht. Diese ethisch fragwürdige Selektion muss nicht sein. Für ein paar Cent mehr können Sie Eier kaufen, bei denen die männlichen Küken als »Bruder¬hähne« mit aufgezogen werden. Achten Sie mal bei Ihrem nächsten Einkauf darauf! Andreas Jahn, Redaktion Spektrum der Wissenschaft.